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03.08.2016 / Feuilleton / Seite 10

Nicht drum kümmern

Wie Rassisten, Antisemiten und Nazis 1936 die »olympische Idee« kontrollierten: »Race«, ein Film über Jesse Owens

Peer Schmitt

Noch mehr »Zeit für Legenden«. Diesmal, pünktlich zum Beginn der Olympischen Spiele in Rio, meint das die Legende von Jesse Owens, vierfacher Goldmedaillengewinner und damit erfolgreichster Sportler der Sommerspiele 1936 in Berlin. Im Original heißt der Film allerdings mit plakativer Doppeldeutigkeit »Race«.

Rassismus kann subtil sein. Wie im doch ziemlich paternalistisch daherkommenden Verhältnis zwischen dem Leichtathleten Owens (Stephan James)und Larry Snyder (Jason Sudeikis), seinem Trainer an der Ohio State University, deren Sportstipendiat der in ärmlichsten Verhältnissen in Alabama aufgewachsene Owens war.

Rassismus kann brutal offen sein. Wie in dem Film das Footballteam der Ohio State in der Kabine auf keinen Fall nach Owens duschen möchte: »Ihr Nigger habt zu warten, bis ihr an der Reihe seid«.

Auch die Olympischen Spiele der Neuzeit waren von Beginn an eine Phantasie von Rassisten. Allen voran der Begründer der olympischen Bewegung Baron Pierre de...

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