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28.07.2016 / Feuilleton / Seite 10

Freie Wahl

Thomas Wagner

Als das Internet jung war, schien es viele Grenzen, die bis dahin gegolten hatten, zu verflüssigen. »Für mich war es damals ein Raum, in dem der ganze Scheiß – Jungs, Kleidervorschriften, Schikane, die Blicke, die mir erwachsene Kerle neuerdings zuwarfen – keine Rolle spielte. Es war ein Raum, in dem ich mein ›echtes‹ Selbst ausleben konnte«, erinnert sich die feministische Autorin Laurie Penny, Jahrgang 1986, an die Zeit, als sie zwölf Jahre alt war.

Heute inszeniert sich Facebook als genderpolitischer Fortschrittsmotor. Die deutschsprachigen Nutzer können zwischen 60 verschiedenen Geschlechtsbezeichnungen wählen. Manch einer, der unter den gegenwärtigen Geschlechterverhältnissen leidet, empfindet das als befreiend. »Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die nichts gegen uns haben – sich aber über Facebooks Geschlechterliste lustig machen«, schreibt ein Betroffener: »Doch eine solche Liste hilft, das Thema Trans- und Intersexualität aus der Schmuddel...

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