15.07.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Wahrheitssuche in Potsdam

Brandenburgs NSU-Ausschuss befasst sich unter anderem mit der Vergangenheit von Sachsens heutigem Geheimdienstchef

Claudia Wangerin

Auch Brandenburg hat nun einen Untersuchungsausschuss, der herausfinden soll, inwieweit der Verfassungsschutz auf Landesebene den Terror des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) begünstigt hat. Das Gremium unter dem Vorsitz von Holger Rupprecht (SPD) hat sich am Dienstag im Potsdamer Landtag konstituiert und soll bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2019 einen Abschlussbericht vorlegen. Für die Beweisaufnahme will es sich bis Ende 2018 Zeit nehmen.

Im Zentrum stehen der frühere V-Mann Carsten Szczepanski alias »Piatto« und seine Quellenführer – der heutige Chef des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Gordian Meyer-Plath und ein Beamter mit dem Arbeitsnamen »Reinhardt Görlitz«. Alle drei mussten bereits im Münchner NSU-Prozess als Zeugen aussagen. Die beiden letzteren gaben vor, sie hätten die brisanten Informationen ihrer »Quelle« Szczepanski im Jahr 1998 nicht einordnen können. Es ging um das damals frisch untergetauchte Trio...

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