Gegründet 1947 Mittwoch, 21. August 2019, Nr. 193
Die junge Welt wird von 2208 GenossInnen herausgegeben
14.07.2016 / Medien / Seite 15

»Verdächtige vor Diskriminierung schützen«

Die Sächsische Zeitung bricht Pressekodex: Sie will die ethnische Herkunft von Tatverdächtigen benennen. Ein Gespräch mit Hendrik Zörner

Gitta Düperthal

Die Sächsische Zeitung will künftig in jedem Fall über die Herkunft von Straftätern und Tatverdächtigen informieren und verstößt damit gegen die Richtlinien des Presserats zum Schutz vor Diskriminierung. Der Deutsche Journalistenverband, DJV, kritisiert dieses Vorhaben. Welches sind die gewichtigsten Argumente?

Die Ziffer 12.1 des Pressekodex soll Verdächtige vor Diskriminierung schützen. Wir reden hier nicht von verurteilten Straftätern, sondern von Verdächtigen, deren Schuld noch nicht erwiesen ist. Ihre ethnische Herkunft zu nennen, kann eine zusätzliche Diskriminierung darstellen. Wie sollen sie den Makel wieder loswerden, wenn sich ihre Unschuld herausstellt?

Der journalistische Kodex erlaubt ein Benennen der Herkunft nur in Ausnahmefällen – in welchen und weshalb? Können Sie ein Beispiel nennen?

Ein solcher Ausnahmefall liegt vor, wenn es einen engen Zusammenhang zwischen der Straftat und der ethnischen Herkunft gibt, der für das Verständnis des Gesche...

Artikel-Länge: 4522 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €