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14.07.2016 / Inland / Seite 4

Vergessliche »weiße Wölfe«

NSU-Prozess: Auch NPD-Politiker David Petereit glänzt durch Erinnerungslücken. Eine brisante Danksagung von 2002 kann er nicht erklären

Claudia Wangerin

Der Gruß, über den der NPD-Politiker David Petereit am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München Auskunft geben sollte, klingt bedeutungsvoll: »Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen ;-) Der Kampf geht weiter…« stand im Editorial des Szenemagazins, das der Neonazi im Jahr 2002 herausgab. An den Sinn will sich der heute 35jährige aber nicht erinnern. »Ich gehe davon aus, dass ich das alles da reingesetzt habe«, sagte Petereit, inzwischen Abgeordneter des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern, am Mittwoch laut Nachrichtenagentur dpa. Er habe das Heft mit dem Titel Der Weisse Wolf damals allein produziert und keine Mitarbeiter gehabt. Auf Nachfragen machte er mehrfach Erinnerungslücken geltend – nicht ungewöhnlich für Szenezeugen in diesem Prozess. Er wisse nichts mehr von einem Spendenbrief mit beigelegten Geldscheinen, den er vor der Veröffentlichung des Hefts erhalten haben soll.

Der sogenannte NSU-Brief war bei einer Durchsuchung bei Petereit gefu...

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