11.07.2016 / Inland / Seite 4

»Greenwashing« in Hamburg

Auf einem Weltkriegsbunker auf St. Pauli soll ein angeblich »frei zugänglicher Stadtgarten« entstehen – dazwischen aber ein Hotel und Veranstaltungszentrum

Kristian Stemmler

»Greenwashing« ist eine Marketingstrategie, die Unternehmen eine weiße Weste verschaffen und einen ökologischen Mehrwert vorspiegeln soll, wo es in erster Linie um Profit geht. Bei Bauprojekten auch nicht selten um die Verdrängung ärmerer Schichten aus dem jeweiligen Stadtteil – Greenwashing meets Gentrification. In Hamburg, mitten auf St. Pauli, versucht eine Investorengruppe, ein Millionenprojekt durch die Hintertür durchzupauken: die Aufstockung des denkmalgeschützten Hochbunkers an der Feldstraße um ein Hotel mit 154 Betten, Fitnessstudio, Gastronomie und einer kombinierten Sport- und Eventhalle mit rund 2.000 Stehplätzen. Der Trick der Planer: Mit schicken 3-D-Animationen wurde das Ganze von Anfang an als Begrünung des Bunkers verkauft.

Das Marketingmanöver sorgte anfangs bis in linke Kreise für Verwirrung, inzwischen ist sich die Szene in der Ablehnung des Projekts einig. Das von 63 Initiativen getragene Netzwerk »Recht auf Stadt« spricht von einer »...

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