08.07.2016 / Inland / Seite 4

Geheimdienst sucht Exitstrategie

Ein toter NSU-Zeuge und 23 Handys bringen Verfassungsschutz in Erklärungsnot

Claudia Wangerin

Ein V-Mann-Führer des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) soll »aus dem Ruder gelaufen« sein, so zitierte der Tagesspiegel am Donnerstag »Regierungskreise«. Es ging um die neuesten Enthüllungen zum toten NSU-Zeugen Thomas Richter alias »Corelli«. Der für den V-Mann zuständige Beamte habe mehr Handys gebunkert als bisher bekannt – nämlich 23 an der Zahl, heißt es in dem Bericht. Zuletzt war von sieben Geräten die Rede gewesen. Die Auswertung der Mobiltelefone sei im Gange. Nach dem jetzigen Stand sei zu vermuten, dass nicht alle 23 für die Kommunikation zwischen dem Beamten und seinem V-Mann genutzt worden waren.

Der Geheimdienstler mit dem Arbeitsnamen »Richard Kaldrack« hatte im Untersuchungsausschuss des letzten Bundestags zum Neonaziterror im August 2013 betont, es gebe eine »gewachsenes Vertrauensverhältnis«, wenn man eine »Quelle« mehr als zehn Jahre lang führe. Eine dieser »Quellen« aus der braunen Szene war Ende März 2014 tot. Zweifel, ob der V-...

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