17.06.2016 / Ausland / Seite 2

»25 Tage lang trockenes Brot und ein wenig Tee«

Türkische Spezialeinheiten beschießen kurdische Städte: Zahlreiche Tote, kein Trinkwasser, nichts zu essen. Ein Gespräch mit Ali Atalan

Peter Wolter

Sie sind vor kurzem zurück nach Deutschland gekommen, davor haben Sie längere Zeit im kurdischen Gebiet der Türkei verbracht. Wie haben Sie die Belagerung durch türkische Truppen erlebt?

Ich habe mich in Nusaybin aufgehalten. Für die Stadt gilt seit etwa 80 Tagen eine Ausgangssperre, 60 Tage lang war ich selbst davon betroffen. Allerdings ist das Wort »Ausgangssperre« eher beschönigend, tatsächlich waren wir Opfer eines Angriffskrieges, den die türkische Regierung mit allen Mitteln und Möglichkeiten führt. Sie setzte nach eigenen Angaben etwa 20.000 Kämpfer von Spezial­einheiten der Polizei und der Gendarmerie ein, Kommandeur war ein General. Während der Belagerung kam dreimal sogar der Generalstabschef zur Inspektion in das Kriegsgebiet. Das Resultat: Mindestens 4.000 Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht, offiziell wurde sogar zugegeben, dass etwa 500 Menschen getötet wurden. Verhaftungen und Folter waren an der Tagesordnung, es wurden Gefangene sogar...

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