16.06.2016 / Feuilleton / Seite 10

München wird zur Mongolei

Wuchtig, kompromisslos, politisch: Uisenma Borchus Debütfilm »Schau mich nicht so an«

André Weikard

Sie schreibt, sie spielt, führt Regie und schneidet das Material selbst. Uisenma Borchu hat ihren Abschlussfilm an der Münchner Filmhochschule zu etwas Persönlichem gemacht. Ihr Thema: Intimität.

Borchu, geboren im mongolischen Ulan Bator, nennt sich im Film Hedi und spielt eine wilde, harte junge Frau. Malerin, Raucherin, Hedonistin. Zwischen ihr und der blonden Alleinerziehenden Iva (Catrina Stemmer) entwickelt sich eine spröde Beziehung.

Iva ist optisch und charakterlich das Gegenstück zu Hedi. Blass ist sie, unsicher, überfordert. Mehr und mehr drängt sich der Vamp in das Leben der Schwächeren. Hedi manipuliert, verführt, kontrolliert. Iva unternimmt nur halbherzige Versuche, sich dagegen zu behaupten.

Das zähe Ringen lässt an Goethes seufzenden Faust denken: »Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.« Iva und Hedi konkurrieren um die Gunst von Ivas Tochter, um Männer, um Macht. Aber gewissermaßen stehen die Hauptfiguren nur für zwei Facetten einer Persö...

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