11.06.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Millionen außen vor

Bertelsmann-Stiftung beklagt Massenphänomen Langzeiterwerbslosigkeit in Deutschland und der gesamten EU. Helfen soll ein »sozialer Arbeitsmarkt«

Ralf Wurzbacher

Wie rührend – Kapitallobbyisten sorgen sich um die gesellschaftlich Abgehängten. Am Freitag legte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie über Ausmaß, Ursachen und Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit in EU-Europa vor und warnte vor einem »Massenphänomen, das die wirtschaftliche Erholung« der Union gefährde. Fast jeder zweite (48,2 Prozent ) der 2015 offiziell gezählten 22 Millionen Erwerbslosen in 28 EU-Staaten sei länger als zwölf Monate ohne Job gewesen, knapp ein Drittel sogar schon seit über zwei Jahren, beklagen die Autoren. Angesichts von mehr als 10,5 Millionen Betroffenen sehen sie Gefahr in Verzug und fordern ein Ende der »einseitigen Sparpolitik«.

Selbst die scheinbar krisenfeste BRD kriegt ihr Fett weg: Weil hierzulande überdurchschnittlich viele ältere Menschen vorzeitig aufs Altenteil entsorgt werden und auch junge Leute häufig besonders lange »langzeitarbeitslos« sind, gebe es »keinen Grund zur Entwarnung«. Obwohl Deutschland von einem Besch...

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