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09.06.2016 / Inland / Seite 4

Der »zweite Impuls«

NSU-Prozess: Carsten S. ­könnte nach Jugendstrafrecht ­verurteilt werden. Der Aussteiger ­brauchte mehr als einen Anlauf für ­umfassende Aussagen

Claudia Wangerin, München

Der Psychiater Professor Norbert Leygraf sollte am Mittwoch im Münchner NSU-Prozess darüber Auskunft geben, ob der Angeklagte Carsten S. nach seiner Persönlichkeitsreife um die Jahrtausendwende noch als Jugendlicher anzusehen war. Der 1980 geborene Neonaziaussteiger steht wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht. Laut Geständnis hat er zur fraglichen Zeit eine Pistole an Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt übergeben, die heute als ausführende Haupttäter der im September 2000 begonnenen Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) gelten. Da S. seinerzeit noch nicht 21 Jahre alt war, hatte Leygraf ihn im Frühjahr 2012 ausführlich befragt, um Anhaltspunkte geben zu können, ob hier Jugendstrafrecht anzuwenden sei.

Die Verteidiger des fünf Jahre älteren Neonazis Ralf Wohlleben hatten diesbezüglich Nachfragen an den Gutachter. Ihr Mandant hatte im Dezember nach langem Schweigen im NSU-Prozess seine anstiftende Rolle bei der Waffenbeschaffung bestritten. Wohl...

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