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08.06.2016 / Inland / Seite 4

Ex-V-Mann plaudert über Geld

NSU-Prozess: Finanzmittel des Verfassungsschutzes großzügig unter Neonazis verteilt. Angeblich keine Erinnerung an Gespräche über Waffenkauf

Claudia Wangerin, München

Der frühere Anführer des »Thüringer Heimatschutzes«, Tino Brandt, hat am Dienstag im Münchner NSU-Prozess über finanzielle Zuwendungen des Landesamtes für Verfassungsschutz geplaudert, als ginge es um ganz normale Fördermittel für Jugend- und Kulturarbeit. Der Neonazi und Ex-V-Mann sollte im Zeugenstand erklären, ob er damals auch dem Angeklagten Carsten S., dem der Kauf einer Mordwaffe vorgeworfen wird, Geld gegeben habe. Brandt soll in den Jahren 1994 bis 2001 rund 200.000 D-Mark an Informantenhonoraren erhalten haben. Er habe darüber nicht Buch geführt, gehe aber davon aus, »dass die Zahl stimmt«, sagte er am Dienstag im Prozess um die Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU).

Vorgeführt wurde der heute 41jährige aus der Haft – verurteilt ist er wegen sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Jungen. Schon 1998 gab es entsprechende Szenegerüchte, aber Brandt hatte immer Geld für Aktionen und beglich nach eigenen Worten auc...

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