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03.06.2016 / Thema / Seite 12

Aufmarsch der Reaktion

Indonesien streitet über seine Vergangenheit. Zögerliche Schritte der Regierung zur Aufarbeitung werden von den Günstlingen des ehemaligen Diktators Suharto aggressiv beantwortet

Anett Keller

Ein Gespenst geht um in Indonesien. Es ist das Gespenst des »Neuen Kommunismus« (Komunisme Gaya Baru). Und alle Mächte des alten Indonesien haben sich gegen dieses Gespenst verbündet, reaktionäre Politiker, Militärs und Polizisten, fanatische Kleriker und faschistische Schlägerbanden. Auf Spruchbändern, in Publikationen, auf Kundgebungen und in Podiumsdiskussionen im ganzen Land wird vor der »latenten Gefahr des Neuen Kommunismus« gewarnt.

Zwar beschäftigt sich in Indonesien derzeit niemand wirklich mit einem »Neuen Kommunistischen Manifest«, um damit zur Revolution aufzurufen. Um den Stempel »Neokommunist« aufgedrückt zu bekommen, genügt es, die Vergangenheit aufarbeiten zu wollen. Und so wurden im Gastland der Frankfurter Buchmesse 2015 in den letzten Wochen zahlreiche Bände mit (vermeintlich) linken Inhalten aus Buchläden genommen. Kritische Diskussionsveranstaltungen wurden von Polizisten und aufgebrachten Mobs gemeinsam aufgelöst.

Das »alte Indo...

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