Der Schwarze Kanal
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04.06.2016 / Feuilleton / Seite 10

Die Krankheit von Hans und Trude

Eine Ausstellung über antisemitische und rassistische Aufkleber im Deutschen Historischen Museum Berlin

Dr. Seltsam

Neonazispuckis und ältere Bildmarken gegen Juden oder »Hottentotten« sind in schwach machender Fülle im Deutschen Historischen Museum (DHM) Berlin zu besichtigen. »Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute« heißt die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin entstand. Das Aufmunternde an ihr sind Gegenaufkleber, die wir zum Teil für die tägliche Praxis brauchen könnten.

Die auch für Rollstuhlfahrer und Blinde konzipierte Schau scheint für Schüler besonders geeignet, auf großen Tischen können Aufkleber hergestellt und gleich an die Wand geklatscht werden. Ob die Erläuterungen zu den Exponaten deren Bestialität immer hinreichend herausarbeiten, darf bezweifelt werden. Was kann man noch voraussetzen? Erschließt sich heute jedem auf Anhieb, wie Friedrich Holländers Lied »An allem sind die Juden schuld« 1931 gemeint war?

Zu DDR-Zeiten war in dem Gebäude ein Museum für Deutsc...

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