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03.06.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Achtmal geflohen

Reportage aus der kurdischen Flüchtlingsstadt Machmur im Nordirak

Peter Schaber, Machmur

Auf dem ersten der gerahmten Bilder, die uns Haci Kacan in der Eingangshalle der Stadtverwaltung des Flüchtlingslagers Machmur im Nordirak zeigt, ist nichts als goldgelber Sand zu sehen. Eine leere Wüstengegend, ohne Häuser, ohne Bäume, ohne Trinkwasser, ohne Strom. »So sah es hier aus, als wir gekommen sind«, erinnert sich Kacan, einer der beiden Vorsitzenden des Volksrates im Camp. »Am Anfang dachten wir: Hier können wir doch nicht bleiben, hier gibt es ja überhaupt nichts.«

Die Menschen, die hier leben, sind Anfang der 1990er Jahre aus der Türkei geflohen. Damals ging der Staat im Kampf gegen die Guerilla der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mit gnadenloser Härte gegen die Dorfbevölkerung der mehrheitlich kurdisch besiedelten Landesteile vor. Tausende Siedlungen wurden niedergebrannt, Millionen Menschen mussten fliehen.

1993 überschritten etwa 20.000 vor allem aus der Region um Sirnak und Hakkari stammende Kurden die Grenze zum Irak. 1994 sprachen ...

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