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28.05.2016 / Thema / Seite 12

Am Ende eines Aufbruchs

Nach eineinhalb Jahrzehnten linker Hegemonie von Argentinien bis Venezuela drängen reaktionäre Kräfte erneut an die Macht. Zur Rechtswende in Lateinamerika (Teil I)

Dieter Boris, Achim Wahl

Seit etwa drei Jahren befinden sich die linken Regierungen in mehreren lateinamerikanischen Ländern in der Defensive. In unterschiedlichem Ausmaß sind sie mit sinkender Wählerzustimmung, Massenprotesten, ökonomischen und sozialen Problemen sowie verengten Verteilungs- und Handlungsspielräumen konfrontiert. Manche sprechen vom »Auslaufen eines Zyklus«, so etwa der Historiker und Sozialwissenschaftler Guillermo Almeyra. Mit der Protestwelle des Junis und Julis 2013 in Brasilien, dem Tod des venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez im März 2013 und den darauf folgenden gewalttätigen Ausschreitungen der rechten Opposition waren markante Wendepunkte erreicht.

Auf den Sieg des neoliberalen Konservativen Mauricio Macri bei den Präsidentschaftswahlen in Argentinien im November 2015 folgte im Dezember desselben Jahres der nächste Paukenschlag, als in Venezuela die vereinigte Rechte der Regierung unter Chávez’ Amtsnachfolger Nicolás Maduro eine herbe Niederlage b...

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