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25.05.2016 / Ausland / Seite 7

Europas Schande

Griechische Polizei räumt das Flüchtlingscamp Idomeni an der mazedonischen Grenze. 8.500 Menschen verschwinden hinter Drahtverhauen

Hansgeorg Hermann

Das menschliche Elend hat in Europa seinen Höhepunkt erreicht«, schrieb das französische Magazin L’Express im März über das Flüchtlingslager im nordgriechischen Idomeni, der Grenzstation nach Mazedonien. Den europäischen Politikern, gleich welcher Couleur, war dieses »wilde« Camp schon deswegen eine sozusagen ekelige Angelegenheit, weil es den Menschen jeden Tag über die Medien die Schande des Kontinents vor Augen führte. Nun hat die griechische Regierung, freilich auf Anweisung Brüssels und der europäischen Führungsmacht Deutschland, diesen schlechten Film aus dem Programm genommen: Einige Hundertschaften Polizei – Reporter berichteten vor Ort von mehr als 1.000 Uniformierten – räumten seit Dienstag morgen auf. Journalisten und Hilfsorganisationen haben keinen Zugang mehr, 8.500 Menschen werden in »organisierte Lager« über das Land verteilt. Europas Schande wird versteckt.

Einheiten von Schutz- und Bereitschaftspolizei rückten in der Morgendämmerung an, ü...

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