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25.05.2016 / Ausland / Seite 6

Verfluchte Vorbilder

Polnische Regierung baut nach 70 Jahren antikommunistische Guerilla zu Nationalhelden auf

Reinhard Lauterbach, Poznan

Ende April fand auf dem Warschauer Powazki-Friedhof ein Staatsbegräbnis statt. Verstorben war kein Würdenträger der jüngeren Vergangenheit. Mit sämtlichen staatlichen und kirchlichen Ehren bestattet wurde ein Mann, der zu diesem Zeitpunkt schon 65 Jahre lang tot war: Zygmunt Szendzielarz, ein Offizier der antikommunistischen polnischen Widerstandsarmee »Armia Krajowa«, der vor 1945 im Raum Vilnius teils gegen die Wehrmacht, überwiegend aber gegen die Rote Armee und die sowjetischen Partisanen kämpfte und nach 1945 den bewaffneten Kampf gegen die entstehende volksdemokratische Ordnung in Polen fortführte. Beziehungsweise das, was er als bewaffneten Kampf betrachtete: Seine großspurig als »V. Wilnaer Brigade« titulierte Gruppe von zirka 200 Mann lebte von Raubüberfällen auf die Zivilbevölkerung, ermordete Vertreter der neuen Staatsmacht vom Lehrer bis zum Polizisten. 1948 festgenommen, wurde er 1950 wegen 70fachen Mordes zum Tode verurteilt, 1951 hingerich...

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