24.05.2016 / Inland / Seite 5

Von Hand abgelassen

Betreiber des Atomkraftwerks Hamm versteckten nach Aussagen eines ehemals dort beschäftigten Ingenieurs radioaktive Emissionen in der Tschernobyl-Wolke

Reimar Paul

Aus dem längst stillgelegten Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) Hamm sind möglicherweise mit Absicht größere Mengen Radioaktivität abgelassen worden. Die Verantwortlichen sollen die freigesetzten strahlenden Isotope gewissermaßen in der radioaktiven Wolke versteckt haben, die Anfang Mai 1986 über Mittel- und Westeu­ropa zog. Diese Vermutung bestätigt jedenfalls die Aussage des Ingenieurs Hermann Schollmeyer. Er war damals als Fachinbetriebnahmeleiter der BBC AG Mannheim für die von dieser Firma produzierten Abschaltstäbe sowie für die fünf Dampfturbinen im THTR zuständig.

Der THTR wurde ab 1983 testweise in Betrieb genommen, 1987 an den Betreiber übergeben und im September 1989 aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Überlegungen nach nur 423 Tagen Vollastbetrieb stillgelegt. RWE war mit 31 Prozent der Hauptgesellschafter, außerdem waren zahlreiche Städte und der heutige E.on-Konzern an dem THTR beteiligt. Der Reaktor befindet sich bis heute in »...

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