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14.05.2016 / Inland / Seite 4

»Genug Indizien für Mord«

Feuertod von Oury Jalloh: »Ermittlungen« in Endlosschleife? Anwältin fordert Justiz zum Handeln auf

Susan Bonath

Rechtsanwältin Beate Böhler will Bewegung in den Fall Oury Jalloh bringen. Der Flüchtling aus Sierra Leone verbrannte im Januar 2005 im Polizeirevier Dessau (Sachsen-Anhalt). Er war, auf einer feuerfest umhüllten Matratze liegend, an Händen und Füßen angekettet. Böhlers Vorwurf an die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau: Sie ignoriere Beweise dafür, dass ein Dritter das Feuer gelegt haben muss. »Der Kreis der Tatverdächtigen ist überschaubar, gegen sie muss endlich ermittelt werden«, sagte die Rechtsanwältin im Gespräch mit jW.

Böhler hatte vor kurzem den Part von Rechtsanwalt Philipp Napp übernommen. Mit ihrer Kollegin Gabriele Heinecke vertritt sie die in Guinea lebenden Hinterbliebenen. Nach dem Aktenstudium sei ihr »völlig klar, dass er sich nicht selbst angezündet haben kann«. Einer von mehreren Hinweisen darauf sei, dass beim Opfer kein erhöhter Wert an Stresshormonen nachgewiesen wurde. »Die schüttet jeder aus, der von Feuer bedroht wird – es sei denn,...

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