13.05.2016 / Feuilleton / Seite 11

Gerade das Leiernde

Kiffen, Gentrifizierung, Selbstbezug: Das neue Stück von René Pollesch an der Berliner Volksbühne

René Hamann

I Love You But I’ve Chosen Darkness war eine Band der nuller Jahre. Der Name war schon fast das Beste an dieser Band; an ihre Songs erinnert sich kaum jemand. René Pollesch hat sein jüngstes Stück nun »I Love You, But I’ve Chosen Entdramatisierung« genannt. Das klingt witzig und einleuchtend – à la »nehmen wir den Zunder mal raus«. Und um die Liebe geht es in der Produktion der Berliner Volksbühne auch. Nur dekonstruiert wird sie diesmal nicht, jedenfalls nicht wirklich.

Ansonsten weiß man während der durchaus unterhaltsamen 90 Minuten nie, worum es genau geht. Vielleicht um die »Causa Böhmermann«? Denn das erste Leitmotiv ist das Thema Beleidigung. These: Man muss sich auch mal beleidigen können, das nimmt doch die Spannung aus so einem Beziehungsgeflecht. »Du Molluske!«

Was wir sehen und hören, sind zwei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler, jung wirkend oder angenehm alterslos, die miteinander rumhängen und ziemlich viel kiffen: Diesmal werden bei Pol...

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