10.05.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

»Aus Schulen werden Militärstationen«

Die türkische Regierung will den durch Kämpfe zerstörten Altstadtbezirk von Diyarbakir vollständig umgestalten. Ein Gespräch mit Roni Herdem

Peter Schaber, Diyarbakir

Sur, der Altstadtbezirk Diyarbakirs (kurdisch: Amed), wurde zu Beginn dieses Jahres von heftigen Kämpfen erschüttert. Es gab eine Ausgangssperre im östlichen Teil des Viertels, Bombardierungen, Panzerbeschuss, Scharfschützenfeuer. Der Widerstand endete vor einigen Wochen, viele Menschen wurden vertrieben. Danach wurde die Enteignung von Häusern in Sur verkündet. Wie ist der derzeitige Stand dieses Vorhabens?

Am 21. März hat die türkische Regierung einen Beschluss zur Enteignung von Sur gefasst. Auf diesen Tag fiel das Newroz-Fest, ein wichtiges Ereignis für alle Kurdinnen und Kurden. Insgesamt 82 Prozent der Altstadt, die eine Fläche von 159 Hektar, aufgeteilt in 6.292 Parzellen, umfasst, sollen beschlagnahmt werden. Dort befinden sich Wohnhäuser, Geschäfte, aber auch Monumente wie die große Moschee, die armenische Kirche, die Kirche der Chaldäer, die Mutter-Maria-Kirche, das Stadtmuseum und die Bezirksverwaltung.

Das umkämpfte Gebiet im Osten von Su...

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