02.05.2016 / Ausland / Seite 6

Balsam nur für Reiche

Mumia Abu-Jamal

Der große schwarze Bürgerrechtsaktivist und Künstler Paul Robeson (1898–1976) trug 1958 in der New Yorker Carnegie Hall den Gospelsong »There Is a Balm in Gilead« vor. Mit den Zeilen »There is a balm in Gilead, to make the wounded whole« (Es gibt einen Balsam in Gilead, mit dem Verletzte geheilt werden, jW) erfüllte er den Saal mit seiner wundervollen Baritonstimme und gab die alttestamentarische Verheißung von der Erlösung durch den Messias wieder. Aus dem Land Gilead, das einst östlich des Jordan zwischen dem Fluss Jarmuk an der Grenze zu Damaskus und dem Fluss Nahr ez-Zarqa existierte, kam nach dem traditionellen afroamerikanischen Song der »Balsam«, »der die Verwundeten, die Kranken heilt«. Nach Überlieferung der Bibel war der »Balsam von Gilead« ein seltener pflanzlicher Stoff, der zur Behandlung eingesetzt wurde und aus der Region stammte.

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Konzert bekam der alte Gospelsong für Kranke der Gegenwart eine ganz a...

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