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02.05.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Nervöse Machtdemonstration

In Odessa droht die ukrainische Staatsmacht zwei Jahre nach dem Pogrom mit Attacken auf »Separatisten«. Oligarch führt Gouverneur vor

Reinhard Lauterbach

Zwei Jahre nach dem Pogrom im Gewerkschaftshaus von Odessa versucht die Staatsmacht, in der Hafenmetropole ein Klima der Angst zu schaffen. Das Faschistenbataillon »Asow« zog mit 300 Mann und schweren Waffen in die Stadt ein, die Regierung schickte etwa 1.000 Mann der Nationalgarde. Die Truppe hat den Befehl, auf »Separatisten« scharf zu schießen. Auch Dmitro Jarosch, ehemals Chef des »Rechten Sektors« und jetzt Leiter einer von ihm selbst gegründeten »staatspolitischen Initiative«, behauptete, Hunderte seiner Kämpfer stünden auf Abruf bereit.

Dabei ist der akute Konflikt in der Stadt in den vergangenen Wochen einer innerhalb des Maidan-Lagers gewesen. Nationalistische Aktivisten hatten vor dem Rathaus ein Zeltlager nach Art desjenigen von 2013/2014 auf dem Kiewer Platz der Unabhängigkeit, kurz Maidan, aufgebaut. Sie drohten damit, das Gebäude anzustecken wie 2014 das Gewerkschaftshaus, wenn der erst im Oktober mit absoluter Mehrheit gewählte Bürgermeiste...

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