Der Schwarze Kanal
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22.04.2016 / Inland / Seite 4

Rote Roben, schützende Hände

NSU-Prozess: Bundesanwälte lehnen Zeugenvernehmung von V-Mann ab, der ­mutmaßlichen Haupttäter als Vorarbeiter in Baufirma beschäftigte

Claudia Wangerin

In »normalen« Strafprozessen sind Streitereien zwischen Staatsanwalt und Nebenklage die Ausnahme. Nicht so bei staatlichen Verstrickungen wie im Fall des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU). Im Münchner Prozess um die langjährige Mord- und Anschlagsserie kam es am Mittwoch zu einem heftigen Eklat zwischen Opferanwälten und Anklägern. Letztere lehnten es ab, den früheren V-Mann Ralf Marschner alias »Primus« als Zeugen zu laden. Bundesanwalt Herbert Diemer sagte zur Begründung, Marschners Aussagen spielten keine Rolle für die Beurteilung der Schuld von Beate Zschäpe und ihren vier mutmaßlichen Unterstützern.

Der heute 44jährige Marschner war lange in der rechten Szene Sachsens tätig und hatte in den Jahren 2000 bis 2002 offenbar den Neonazi Uwe Mundlos unter dem Namen Max-Florian Burkhardt als Vorarbeiter in seiner Baufirma beschäftigt. Sorgfältig recherchierte Medienberichte legen das nahe. Mundlos gilt heute als einer von drei mutmaßlichen NSU-Grün...

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