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19.04.2016 / Feuilleton / Seite 11

Der schönste Gebrauchswert

Auf dem Weg zur Selbständigkeit im Mangel: Eine Ausstellung über DDR-Design in Berlin

Dr. Seltsam

Florentine Nadolni ist Kuratorin der Ausstellung »Masse und Klasse. Gebrauchsgrafik in der DDR«, die zur Zeit im »Museum der Dinge« des Werkbundarchivs in Berlin zu sehen ist. »Klischees bestimmen das Bild der DDR bis heute: Plattenbau, Trabant, FKK, Mangel, Umweltdreck. Als DDR-Bürger fühlt man sich bei diesen Äußerlichkeiten wie im Zoo!« ärgert sich Nadolni und besteht darauf, die Intentionen und Möglichkeiten der Gebrauchsgrafik genauer zu zeigen. Bücher, Zeitschriften, Schallplattenhüllen, Verpackungen, Reklame, Theaterplakate, die, massenhaft produziert, den visuellen Alltag der DDR prägten. Aufgrund ihrer strengen Gebrauchswertorientierung, die nicht auf Verdrängung von Konkurrenz durch Glamourfaktoren angewiesen war, gab es oft nur eine Marke. Deshalb wirkte die Verpackung für Filme, Tonbänder, Glühbirnen oft reduziert, grau und blass.

Nina Hagen sang 1974: »Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael / nun glaubt uns kein Mensch, wie schön’s hier ...

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