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18.04.2016 / Inland / Seite 2

»Wir haben eine einseitige Art der Aufarbeitung«

Thüringens Linke-Fraktion will den 17. Juni zum Gedenktag für die »Opfer des SED-Unrechts« machen. Gespräch mit Johanna Scheringer-Wright

Johannes Supe

Thüringens regierende Linkspartei arbeitet sich wieder an der DDR ab. In dieser Woche soll eine Vorlage beschlossen werden, mit der der 17. Juni zum Gedenktag im Freistaat wird. An diesem Tag wurde 1953 ein Aufruhr von Arbeitern in der DDR beendet. Können Sie etwas dazu sagen, wie es zu dem Entwurf kam?

Soweit ich weiß, kam die Idee, den 17. Juni zum Gedenktag zu machen, ursprünglich von der CDU. Einige Mitglieder der Linken-Fraktion sind dann darauf eingestiegen. Sie haben dafür plädiert, nachdem kürzlich der 8. Mai zum Gedenktag ernannt wurde. Also der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Endes des Krieges in Europa. Nun müsse man auch einen Tag für die Opfer des SED-Unrechts einführen.

Ausgang der Proteste von 1953 war, dass die Beschäftigten intensiver arbeiten sollten. »Norm­erhöhung« hieß das damals. In den Stellungnahmen Ihrer Partei wird dieser Aspekt wenig betrachtet.

Ja, das ist auch so. Es hieß, man wolle das Unrecht der DDR aufarbei...

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