29.03.2016 / Feuilleton / Seite 11

Die Widerstands-App. Ostermarschierer in Bielefeld

Wiglaf Droste

Ostersamstag in Bielefeld, es ist zum ersten Mal seit langer Zeit sonnig, auf dem Kesselbrink ist Markt, an einem großen Stand am Rand des Platzes gibt es wunderbar leuchtende Blumen. Ich wähle sieben Ranunkeln aus, die nach Kamelien zu meinen Lieblingsblumen zählen. Gleich nebenan stehen die Ostermarschierer, es sind nur wenige, und von diesen wenigen sind nur die wenigsten jung. Je mehr Krieg und immer noch grausamer und barbarischer geführte Kriege es gibt, desto weniger Menschen gehen dagegen auf die Straße.

Ist es Angst? Resignation? Oder ist diese Form des Ausdrucks von Protest und Widerstand einfach nur buchstäblich ausgelatscht, antiquiert oder zumindest aus der Mode gekommen? Ist demonstrieren gehen schlicht nicht digital genug? Wäre es nicht bequemer und zeitgemäßer, wenn man sich Protest als »App« irgendwo »runterladen« könnte? Gilt, dass wer sich früher »einen runterholte«, sich nun etwas runterlädt und das »geil« findet?

Ich schiebe mir eine ro...

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