24.03.2016 / Feuilleton / Seite 10

Das Erbe des blauen Drachen

Dariusz Muszers dystopischer Roman hat mehr mit der Gegenwart zu tun, als es zunächst scheint

Gerd Bedszent

Als Folge einer Ökokatastrophe gibt es auf der Erde kaum noch Tiere oder Pflanzen. Ihre angestammten Bewohner nennt man »Aschhäute«. Viele von ihnen sind mittlerweile armselige Kreaturen, die in Massengräbern herumwühlen, in der Hoffnung, zwischen den skelettierten Überresten der Ermordeten noch etwas Brauchbares zu finden. Andere sind intensiv damit beschäftigt, sich gegenseitig umzubringen und anschließend zu verspachteln. Kannibalismus ist in der Gesellschaft, die der polnische Autor Dariusz Muszer, in seinem dystopischen Roman »Schädelfeld« schildert, etwas völlig Normales, ein Menschenleben ist in ihr fast nichts wert. Die wenigen noch übriggebliebenen Angehörigen der Oberschicht sind Gefangene ihrer selbstgebastelten Käfige. In den Reihen der »Askaris« genannten Militärs herrscht Willkür. Menschenfleisch gilt auch bei ihnen als begehrte Delikatesse.

Die Profiteure der barbarischen Zuständen sind interstellare Händler vom Volk der Tukuni. Sie sind dar...

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