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24.03.2016 / Feuilleton / Seite 10

Der schwierige Aufklärer

Ein biographischer Essay untersucht erstmals das Leben des kommunistischen Autors Michael Tschesno-Hell

Detlef Kannapin

Wenn man im allgemeinen Unsinn unseres restaurativen Zeitalters nicht mehr weiterweiß, dann könnte man einen Wolfgang Kohlhaase befragen. Der gab dem Schriftsteller Ralph Hammerthaler im Oktober 2014 ein längeres Interview über Michael Tschesno-Hell, früher in der DDR bekannt als Autor der beiden ersten Thälmann-Filme aus den 1950er Jahren und der beiden Liebknecht-Filme von 1965 und 1971. Während der Regisseur der Thälmann-Filme, Kurt Maetzig, nach der »Wende« mehrfach erklärte, beim nochmaligen Ansehen dieser Filme »rote Ohren« zu bekommen, analysierte Kohlhaase deren ursprüngliche Intention wie folgt: »Sie waren sicher ein Versuch, deutsche Geschichte anders zu erklären, als sie im Durchschnittsbewusstsein der Leute vorhanden war. Und sie waren auch ein Versuch, weiße Flecken auszufüllen. So sehr sie, ästhetisch betrachtet, eine zu schmale Erwartung an Kunst oder Kinokunst bedienten und von daher etwas Didaktisches hatten, so sehr enthielten sie auch N...

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