Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
Gegründet 1947 Sa. / So., 4. / 5. Juli 2020, Nr. 154
Die junge Welt wird von 2327 GenossInnen herausgegeben
Der Schwarze Kanal: »Verkommen« Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
24.03.2016 / Inland / Seite 5

Gebären im Zeitlimit

Kreißsaal, Kinderstation, Notdienste: Im Landkreis Börde wird unprofitable medizinische Grundversorgung eingestampft. Eine Folge der Privatisierung

Susan Bonath

Regina Blenkle ist wütend. »Muss erst ein Kind sterben, bevor jemand umdenkt?« fragt sie im Gespräch mit jW. Die 54jährige ist seit einem Dreivierteljahr Bürgermeisterin (parteilos) der Bördekreisstadt Haldensleben mit knapp 20.000 Einwohnern. Seit Tagen melden sich aufgebrachte Mütter bei ihr. Ab 1. April solle es an Wochenenden und Feiertagen keine kassenärztlichen Kindernotdienste mehr geben. Nicht in der Stadt, nicht in umliegenden Dörfern. Kranke Kinder müssten dann nach Magdeburg gebracht werden. Je nach Wohnort sind das Wege von 30, 50 oder mehr Kilometern. Öffentlichen Nahverkehr gibt es kaum. Blenkle erfuhr es auch nur als Gerücht. Und hakte nach. »Ärzte haben es mir bestätigt«, sagt sie. Und winkt ab: »Ich kann nur Druck machen, aber nichts ändern.« Die Gesundheitsversorgung obliege dem Landkreis. Und dies sei nur »das bisherige Ende der Abwärtsspirale nach der Privatisierung«, betont sie.

Vor zehn Jahren verkaufte der Landkreis die Haldensle...

Artikel-Länge: 5254 Zeichen

Dieser Beitrag ist gesperrt und nur für Onlineabonnenten lesbar. Die Tageszeitung junge Welt finanziert sich vor allem aus den Aboeinnahmen. Mit einem Onlineabo tragen Sie dazu bei, das Erscheinen der jungen Welt und ihre Unabhängigkeit zu sichern.

Für Unentschlossene gibt es die Tageszeitung junge Welt auch am Kiosk, für 1,80 € wochentags und 2,20 € am Wochenende. Alle belieferten Verkaufsstellen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Wo gibt es noch konsequent linken Journalismus? Na, am Kiosk! Am Wochenende für 2,20 €.