23.03.2016 / Ansichten / Seite 8

Klug eskalieren

Wieder Streik bei Amazon

Jörn Boewe

Seit Montag abend wird bei Amazon wieder gestreikt: Beschäftigte in Koblenz legten die Arbeit nieder. Es wird nicht der letzte Streik in dieser Woche bleiben, denn Ostern steht vor der Tür. Wie bei jedem Aufflackern des Konflikts wird der Versandkonzern stereotyp behaupten, dass die Arbeitsniederlegungen keine Wirkung zeigen. Das ist natürlich Unsinn. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft zahlte Amazon sogar Streikbrecherprämien, um Lieferengpässe zu verhindern. Richtig ist nur, dass der ökonomische Schaden durch die Arbeitsniederlegungen bislang nicht ausreicht, Tarifverhandlungen zu erzwingen.

Das Problem: Nichts deutet darauf hin, dass sich daran etwas ändert, wenn es den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft ver.di nicht gelingt, den Druck auf die Firma spürbar zu verstärken. Die mehr oder weniger sporadischen Streiks in den Versandzentren weiterzuführen wie in der Vergangenheit wird nicht ausreichen. In vielerlei Hinsicht ist Amazo...

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