23.03.2016 / Ausland / Seite 6

»Good cop, bad cop«

US-Journalisten nutzen Pressekonferenz in Havanna zu Angriffen auf kubanische Regierung

Volker Hermsdorf

Es war ein Spiel mit verteilten Rollen. Nach dem Muster »Good cop, bad cop« (guter Bulle, böser Bulle) teilte sich Barack Obama am Montag die Aufgaben mit den angereisten US-Reportern. Während der Chef des Weißen Hauses bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Raúl Castro das kubanische Gesundheits- und Bildungssystem lobte, attackierten die Berichterstatter von CNN und NBC den kubanischen Präsidenten mit dem Vorwurf, politische Gefangene festzuhalten und die Menschenrechte zu verletzen.

Nach dem offiziellen Empfang im Palast der Revolution hatten sich die beiden Präsidenten zu Gesprächen zurückgezogen. Bei ihrem anschließenden Auftritt gab sich Obama staatsmännisch und äußerte sich anerkennend über Kubas Erfolge in vielen Bereichen. Obama kündigte eine verstärkte Zusammenarbeit unter anderem in der Medizin und Landwirtschaft an, zudem sollen sich US-Unternehmen künftig am Ausbau des Internetnetzes auf der Insel beteiligen dürfen. »Dies ist ein neuer Tag«, ...

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