18.03.2016 / Titel / Seite 1

Nett zu Nazis

230 Verdachtsfälle auf Neonazis in der Bundeswehr. Entlassen wird kaum einer – statt dessen gibt es Ausbildungen an der Waffe

Frank Brendle

Das Zeigen des »Hitlergrußes« durch einen Soldaten ist für die Bundeswehr mitunter nur ein Kavaliersdelikt. Mehr als die Hälfte aller Bundeswehrangehörigen, die sich rechtsextrem betätigen, verbleibt im Militärdienst. Auch der Zugang zu Waffen wird ihnen nicht automatisch verwehrt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke hervor.

230 rechtsextreme »Verdachtsfälle« bearbeitet der Militärische Abschirmdienst (MAD) derzeit, davon stammen 149 Hinweise aus dem letzten Jahr. In vier Fällen habe sich der Verdacht im vorigen Jahr bestätigt. Ein Bundeswehrangehöriger im Beamtenstatus entpuppte sich als NPD-Mitglied, zwei andere Soldaten waren mit rechtsextremen Tätowierungen versehen beziehungsweise Mitglied in einer Neonazi-Kameradschaft. Aufgeführt wird außerdem ein ziviler Wachmann, der NPD-Funktionär ist. Alle vier wurden vorzeitig entlassen.

Vier von 230 – das scheint wenig. Allerdings ...

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