14.03.2016 / Ausland / Seite 6

Am Siedepunkt

Nach der Einleitung von Ermittlungen gegen Expräsident Lula ­verhärten sich in Brasilien die Fronten weiter

Peter Steiniger

Mit einer spektakulären Polizeiaktion hat die Staatsanwaltschaft von São Paulo die politische Krise im größten Land Südamerikas weiter verschärft. Am 4. März erschienen in aller Frühe Beamte der Bundespolizei vor der Wohnung des populären Linkspolitikers Luiz Inácio »Lula« da Silva von der Arbeiterpartei (PT). Lula hatte Brasilien von 2003 bis 2010 regiert und steht angesichts seiner politisch angeschlagenen Nachfolgerin und Parteifreundin Dilma Rousseff vor einem politischen Comeback. Die Polizisten zwangen den früheren Staatschef, sie zu begleiten. In einem Fahrzeug ohne Kennzeichen ging es zur Polizeistation auf dem Flughafen Congonhas, wo der 70jährige vier Stunden lang zu einer Anklage gegen ihn wegen Geldwäsche und Korruption verhört wurde. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit der milliardenschweren Korruptionsaffäre um den Energiekonzern Petrobras. Konkret wirft die Staatsanwaltschaft dem Politiker unter anderem vor, den Besitz einer Luxusi...

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