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11.03.2016 / Feminismus / Seite 15

Aus der Isolation heraustreten

Gedenkstein für Kitty Kuse: In Berlin wird an eine Pionierin der Lesbenbewegung erinnert

Charlie Kaufhold

In der kommenden Woche wird auf Initiative des Freundinnenkreis »Rememberries« in Berlin-Schöneberg ein Gedenkstein für Kitty Kuse (1904–1999) eingeweiht, Gründerin der ersten Lesbengruppe für ältere Frauen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kuse stellte starre Geschlechtsidentitäten in Frage, spielte mit männlichen Attributen und lebte lesbische Beziehungen, lange bevor es diese Bezeichnung gab. Mit 18 – von ihrer Freundin auf ihre Homosexualität angesprochen – sagte sie: »Jawohl, ich bin homosexuell, und das macht mir überhaupt nichts aus!« Mit dieser Selbstverständlichkeit dazu zu stehen, lesbisch zu sein, behielt sie ihr Leben lang bei.

Kuse wuchs als Kind einer Arbeiterfamilie in einem proletarischen, linken Milieu auf. Sie war in verschiedenen politischen Jugendverbänden aktiv und machte nach der Volksschule eine Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten. Nach dem Zweiten Weltkrieg holte sie ihr Abitur nach und studierte in Ostberlin Wirtscha...

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