Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Montag, 27. Mai 2019, Nr. 121
Die junge Welt wird von 2189 GenossInnen herausgegeben
05.03.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Wir sind mitten im Krieg«

Gespräch. Mit Rudolph Bauer. Über die Schwäche der Linken, wechselnde Firmenschilder der Bertelsmann-Stiftung und das Kapern von Begriffen

Arnold Schölzel, Bremen

Links zu sein oder sich in der Friedensbewegung zu engagieren, ist unter tonangebenden Intellektuellen der Bundesrepublik, in der Wissenschaft oder der Literatur und Kunst gegenwärtig nicht gerade angesagt. Raum erhalten in den Medien rechte Leute bis hin zu offenen Rassisten. Ist das richtig beschrieben, wird das überschätzt?

Intellektuelle, gibt’s die noch? Und »tonangebend«? Das bedeutet ja wohl eher: mit den Wölfen heulend. Ich sehe leider weit und breit keine kritischen Intellektuellen im Sinne von Voltaire (französischer Philosoph, 1694–1778) und der europäischen Aufklärung. Aber zu Ihrer eigentlichen Frage: Aufs Unter- oder Überschätzen kommt es meiner Ansicht nach nicht so sehr an. Angesagt ist, worauf der Spot, das Scheinwerferlicht, gelenkt wird. Da spielen die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernseh- und Radioanstalten, die großen Printmedien, das Internet und Thinktanks – wie etwa die Bertelsmann-Stiftung – eine ganz entscheidende Rolle. Si...

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