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04.03.2016 / Feuilleton / Seite 11

Wenn sich der Tod nutzlos fühlt

Entstanden in Theresienstadt: »Der Kaiser von Atlantis« in der Kammerbühne der Dresdner Semperoper

Dietrich Bretz

Zu betonen ist, dass (…) wir keineswegs bloß klagend an Babylons Flüssen saßen und dass unser Kunstwille unserem Lebenswillen adäquat war.« Das sind Worte des Komponisten Viktor Ullmann, der 1898 im deutsch-böhmischen Decin als Sohn eines zum katholischen Glauben konvertierten Juden geboren wurde. Und der 1942 in das Ghetto Theresienstadt eingeliefert und 1944 in Auschwitz umgebracht wurde.

Im Angesichts des Todes entfalteten die nach Theresienstadt deportierten jüdischen Künstler kulturelles Leben – gleichsam als Überlebensmittel. Dies wurde von der Nazipropaganda für den Film »Der Führer schenkt den Juden eine Stadt«, eine Auftragsarbeit der SS, perfide instrumentalisiert, indem sie Theresienstadt auf absurd-monströse Weise zum Vorzeigeghetto stilisierte.

Ullmann komponierte dort zahlreiche Werke, unter denen seine Kammer­oper »Der Kaiser von Atlantis« besonders herausragt. Er konnte das Werk noch bis zur Generalprobe begleiten, seine Aufführung je...

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