16.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Ins Leere stoßen

Liebe, Krieg und portugiesischer Kolonialismus: »Cartas da ­guerra« im Wettbewerb

Kai Köhler

Um 1960 entledigten sich die meisten imperialistischen Mächte ihrer Kolonien in Afrika und setzen seitdem auf weniger direkte Formen der Kontrolle. Anders Portugal, das Kolonialmacht bleiben wollte. Von Beginn der 60er Jahre an kämpften in Angola, Mosambik und Guinea-Bissau Unabhängigkeitsbewegungen gegen die Besatzungstruppen. Erst die portugiesische Nelkenrevolution von 1974 führte zum Rückzug aus den Kolonien, dem in Angola und Mosambik Jahre des Bürgerkriegs folgten.

Zwischen 1971 und 1973 verbrachte der portugiesische Schriftsteller António Lobo Antunes 27 Monate als Militärarzt in Angola. Diese Zeit brachte für ihn eine wichtige Wende. Aufgewachsen im Großbürgertum, erkannte er die Brüchigkeit der bestehenden Ordnung und zog die Konsequenz, sich der kommunistischen Partei anzuschließen.

Aus Angola schrieb Antunes regelmäßig an seine Frau; »Cartas da guerra«, ein Film von Ivo M. Ferreira, hat Briefe aus dem ersten Jahr zur Grundlage. Fast durchgehend h...

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