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16.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Das Dazwischenschweben

Tanzend nachdenken: Ein Kinofilm porträtiert den Choreographen Martin Schläpfer

Gisela Sonnenburg

Auch wenn der Filmtitel irgendwie nach Bestattungsinstitut klingt: »Feuer bewahren – nicht Asche anbeten«, es ist ein Zitat des spätromantischen Komponisten Gustav Mahler. Der Choreograph Martin Schläpfer, seit 2009 Chef vom Ballett am Rhein Düsseldorf-Duisburg, hat sich diesen Aphorismus zur Lebensmaxime gewählt. Er will die Lebendigkeit seiner Arbeit damit betonen. Die Filmautorin Annette von Wangenheim wiederum lässt den mahnenden Spruch als Schriftzug in der freien Natur auftauchen: in den Bergen, in denen Schläpfer einsame Wanderungen unternimmt.

Von dieser Montage abgesehen, regiert im Film der Realismus der unkommentierten Doku. Der Künstler wird an Orten gezeigt, die sein Leben bestimmen: im Ballettsaal, auf der Bühne, im Garten seines Hauses und in der Berghütte in den Alpen. Schnaufend erklimmt Schläpfer, mit schwerem Rucksack fast symbolhaft beladen, einen schmalen Pfad. Dann wieder sitzt er, brav und aufmerksam, im T-Shirt vor der Kamera. Was i...

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