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06.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Die Vereinzelung überwinden

Oguma Eiji dokumentiert die Entstehung der Antiatombewegung in Japan

Michael Streitberg

Diesen Film sollte man nicht als atomisiertes Individuum zu Hause anschauen. Er wurde gemacht, um sich hinterher auszutauschen und ins Gespräch zu kommen«: So beschrieb der japanische Historiker und Soziologe Oguma Eiji bei einer Vorführung im vergangenen August in Tokio den Sinn und Zweck seines Dokumentarfilms »Tell the Prime Minister« (»Sagt es dem Premierminister«). Das Werk besteht aus zahlreichen Amateuraufnahmen, die Aktivisten der Antiatombewegung selbst angefertigt haben. Dazwischen kommen die Teilnehmer der Proteste in mehreren Interviews selbst zu Wort.

Am Donnerstag abend fand in Anwesenheit des Regisseurs die Europapremiere des Films an der Freien Universität Berlin statt. Die von der Japanologie-Professorin Verena Blechinger-Talcott moderierte Veranstaltung bot umfassende Einblicke in die Entstehung einer neuen Protestkultur. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 infolge des großen Erdbebens im Nordosten Japans gingen Zehnta...

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