08.02.2016 / Ausland / Seite 7

Knast für Friedenswunsch

Ukrainischer Kriegsdienstgegner seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Solidarität findet er nur im Ausland

René Schulz, Iwano-Frankiwsk

Angesichts der zerschossenen Körper konnte ich nicht schweigen«, erklärte der ukrainische Kriegsdienstgegner und Journalist Ruslan Kotsaba am vergangenen Freitag vor dem Stadtgericht von Iwano-Frankiwsk. Wegen seines Protestes gegen den Krieg im Donbass wurde er vor genau einem Jahr in Untersuchungshaft genommen. Jetzt konnte er erstmals Stellung zu den Vorwürfen gegen ihn nehmen.

Diese wiegen schwer: Behinderung der Tätigkeit der Streitkräfte, Hilfeleistung für ausländische Mächte, gar »Staatsverrat« – angeblich alles zugunsten Russlands. Anlass für die Festnahme war eine Videobotschaft Kotsabas an Präsident Petro Poroschenko, dem er 2014 sogar seine Stimme gegeben hatte. Kotsaba, der seine Hoffnung auf eine friedliche Entwicklung und die Entmachtung der Oligarchen enttäuscht sah, erklärte darin seine Weigerung, zur Armee zu gehen, und rief dazu auf, Einberufungen keine Folge zu leisten.

Die Staatsanwaltschaft stellte daraufhin allerlei Zitate Kotsabas zus...

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