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06.02.2016 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Zwangsgemeinschaft

Kalte Behördenschulter: Noch immer müssen Flüchtlinge in Berlin Nacht für Nacht vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales ausharren

Claudia Wrobel

Die Schlangen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin werden einfach nicht kürzer. Noch immer stehen ab den frühen Morgenstunden mehrere hundert Flüchtlinge vor dem Gebäude – bei Regen, Schneeschauer, klirrender Kälte. Das Lageso ist der Dreh- und Angelpunkt für Asylsuchende in der Hauptstadt. Sie müssen hierher kommen, um sich registrieren zu lassen, Krankenscheine zu beantragen, Geldleistungen zu empfangen. Und das Lageso ist weit über die Grenzen der Hauptstadt hinaus das Synonym für Staatsversagen. Etliche Flüchtlinge mussten in den vergangenen Woche Klage beim Sozialgericht Berlin einreichen, da sie kein Geld erhalten haben. Dabei soll es laut Aussage der Senatsverwaltung nicht mal daran liegen, dass kein Geld da ist, sondern daran dass die Strukturen schlicht mit der Abfertigung überlastet sind. Die Versorgung der wartenden Geflüchteten ist nur gewährleistet, weil Dutzende engagierte Helfer vor Ort sind, die das Nötigste ran...

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