23.01.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»›Mechanismus‹ ist zu einem schmutzigen Wort geworden«

Gespräch Mit Carl Craver. Über neurowissenschaftliche Erklärungen, Erkenntnistheorie und Schachspielen

Lena Kreymann

In den Nachrichten liest man immer wieder Schlagzeilen wie: »Gewalt steckt bei Psychopathen schon im Gehirn«. Was denken Sie darüber?

Man muss damit sehr vorsichtig sein. Diese Texte sind oft von Menschen geschrieben, die nur ein sehr oberflächliches Verständnis der Wissenschaft, der Technik und der Experimente haben, die involviert sind. Ich denke, es sind nicht bloß die Journalisten. Die werden eher immer besser darin, über Neurowissenschaften zu berichten. Aber immer öfter müssen Forscher Schlagzeilen produzieren, um finanzielle Mittel zu erhalten. Sie müssen ihre Ergebnisse verkaufen und lassen sich dann oft zu Formulierungen verleiten, die weit über das hinausgehen, was in der Studie wirklich bewiesen wurde.

Die öffentliche Debatte über Neurowissenschaft fokussiert sich – zumindest in Deutschland – sehr auf die Frage nach der Freiheit des Willens. Woher kommt das?

Das ist eines der zentralen philosophischen Probleme, wenn wir anfangen, die Grundlagen vo...

Artikel-Länge: 15625 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe