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23.01.2016 / Feuilleton / Seite 11

Tänzeln, kriechen, murmeln

Zum Spiel des David Helfgott

Anja Röhl

Der australische Pianist David Helfgott leidet an einer schizoaffektiven Störung. Er musste viele Jahre, ohne zu spielen, in psychiatrischen Anstalten verbringen, bis er erlebte, »dass die Musik zu ihm zurückkam«.

Und diese Musik unterscheidet sich wie sein Verhalten von all dem, was man gewohnt ist. Es ist Klassik, ohne Zweifel. Zusammen mit dem Stuttgarter Symphonieorchester spielt er etwa die dritte Symphonie von Sergej Rachmaninow ein. Helfgott interpretiert seinen Rachmaninow gigantisch, phänomenal, aber wie Jazz. Als improvisiere er in dem Moment, als käme das jetzt und augenblicklich aus seinem Innersten. Er nimmt dabei Kontakt auf zu den anderen Mitspielern, er lacht, er kriecht ins Klavier hinein, liegt über ihm, mit dem Ohr dicht über seinen tanzenden und virtuos über die Tasten fliegenden Fingern.

Von Rachmaninow hatte Helfgott 1970 in der ausverkauften Royal Albert Hall das dritte Klavierkonzert gegeben. Unmittelbar danach erlitt er einen...

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