23.01.2016 / Inland / Seite 2

»Einen echten Plan gibt es nicht«

Niemand weiß, wie viele Ferienwohnungen in Berlin angeboten werden. Für Arme und Mieter sind sie ein Problem. Ein Gespräch mit Andrej Holm

Ralf Wurzbacher

Zu Wochenanfang hatten Aktivisten der Erwerbsloseninitiative »Basta Berlin« eine zum Ferienapartment umfunktionierte Wohnung im Berliner Bezirk Wedding besetzt. Mit der »Beschlagnahmung« wollten sie gegen die Zweckentfremdung von knappem Wohnraum in der Hauptstadt protestieren. Wie verbreitet ist das Phänomen?

Wie bei anderen wirtschaftlichen Praktiken in einer rechtlichen Grauzone gibt es keine verlässlichen Daten. Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wurden offiziell 6.300 Ferienwohnungen gemeldet, insgesamt geht die Behörde von etwa 12.000 in ganz Berlin aus. Doch allein das Webportal »airbnb«, das Unterkünfte vermittelt, annoncierte Ende 2015 über 17.000 Angebote. Geht man davon aus, dass es noch andere Vertriebswege gibt, muss die Zahl irgendwo zwischen 20.000 und 25.000 liegen. Ein Projekt an der Uni in Potsdam hat errechnet, dass im Durchschnitt drei Schlafplätze für 55 Euro pro Nacht angeboten werden. Bei voller Auslastung wären das Einnah...

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