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14.01.2016 / Ausland / Seite 2

»Probleme zu leugnen ist nicht der beste Weg«

Nach rechten Wahlerfolgen in verschiedenen Ländern steht Lateinamerikas Linke am Scheideweg. Gespräch mit Luis Sepulveda

Geraldina Colotti, Übersetzung: Andreas Schuchardt

Das Jahr 2015 war eines der Wahlen in Lateinamerika, das vor allem durch die Rückkehr der Rechten in den beiden Schlüsselländern Argentinien und Venezuela gekennzeichnet war. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Es handelt sich um zwei sehr unterschiedliche politische Situationen. In Argentinien hat Mauricio Macri die Präsidentschaftswahlen mit einem destruktiven Kurs gewonnen. Es läuft darauf hinaus, alle Errungenschaften von Cristina Fernández de Kirchner und Nestor Kirchner abzuschaffen und eine neoliberale Regierung nach chilenischem Vorbild zu installieren. Verantwortlich für Macris Triumph ist die mangelnde Einheit der Linken.

In Venezuela hat die putschistische und nicht-putschistische Rechte bei den Parlamentswahlen gesiegt. Dort geht es jetzt um die Fähigkeit und die Gaubwürdigkeit von Nicolás Maduro. Selbstverständlich ist Maduro nicht Chávez. Er besitzt nicht dasselbe Charisma und war nicht in der Lage, den von Chávez eingeschlagenen Weg vor dem...

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