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30.12.2015 / Inland / Seite 8

»Von Entwicklungspolitik zu sprechen ist ein Hohn«

Beim Militäreinsatz in Mali geht es nicht um deutsche Solidarität mit Frankreich, sondern um Wirtschaftsinteressen beider Staaten. Gespräch mit Bruno Kramm

Interview: Gitta Düperthal

Bis Mitte 2016 will Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, CDU, in Mali bis zu 650 Bundeswehrsoldaten stationieren; erstmals sollen Kampfhandlungen eingeschlossen sein. Der Bundestag soll im Januar darüber abstimmen. Weshalb vermuten Sie wirtschaftliche Interessen dahinter und sehen einen vermeintlichen Antiterroreinsatz nach den Anschlägen in Paris bloß als Vorwand an?

Es fragt sich, warum beschließt die deutsche CDU/CSU-SPD-Bundesregierung ausgerechnet »Solidarität« in Form militärischer Unterstützung für die französische Armee in Mali? Bekanntermaßen haben französische Konzerne in der Region vorherrschende Konflikte erst kolonialistisch geschürt. Mit ihrer Militärintervention Anfang 2013 ging es den Franzosen um das Absichern ihrer Aktivitäten des halbstaatlichen Atomkonzerns Areva, der im benachbarten Niger Uran abbaut. Dahinter steht ein bis heute nicht aufgeklärter Korruptionsskandal, der den Stolz Frankreichs, den Areva-Konzern, in wir...

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