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21.12.2015 / Feuilleton / Seite 11

Den Macker entkorken

Postheroisches Prosadebüt: »Glas im Bauch« von Lukas Holliger

Rafik Will

Ein Buch über den Heldentod muss nicht martialisch sein. Zumindest nicht, wenn es in einem postheroischen Zeitalter spielt, in dem die Helden ausgestorben sind und der Blick auf die Übriggebliebenen fällt, die sogenannten Feiglinge. Denen ist ein großer Teil der 87 »Betrachtungen durch verschiedene Brillen« im Band »Glas im Bauch« gewidmet, dem Prosadebüt von Lukas Holliger. Theaterstücke und Hörspiele hat der 44jährige aus Basel, Kulturredakteur beim Schweizer Radio SRF, allerdings schon geschrieben.

»Glas im Bauch« ist in acht Kapitel unterteilt. Die Erzählungen sind manchmal nur eine halbe Seite lang und selten mehr als drei. Holliger spricht von »Mikrofiktionen«. Die Genrevielfalt ist opulent. Das reicht von surrealen Bildbeschreibungen, die wie Notizen aus einem Traumtagebuch wirken, über Grundrisse von Kriminalgeschichten oder klassischen Lovestorys, bis hin zu antiromantischen Naturbetrachtungen. Fast immer steht ein verzagender...

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