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18.12.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Das Ende der Verachtung

Tunesien: Vor fünf Jahren löste die Selbstverbrennung des Straßenhändlers Mohammed Bouazizi den »arabischen Frühling« aus

Jörg Tiedjen

Am 17. Dezember 2010 setzte sich in der tunesischen Stadt Sidi Bouzid der 26jährige Straßenhändler Mohammed Bouazizi vor dem Gebäude des Gouverneurs selbst in Brand. Das war Auslöser oder Katalysator von Ereignissen, die oft als »arabischer Frühling« bezeichnet werden, aber nicht nur arabische Länder erfassten. Bouazizi hatte mit seiner prekären Arbeit, die es ihm ermöglichte, umgerechnet etwas mehr als 100 Euro im Monat zu verdienen, nahezu seine ganze Familie ernährt und seiner jüngeren Schwester ein Studium finanziert. Gleichwohl war er sein Leben lang gedemütigt und in der Demütigung nochmals erniedrigt worden. Abgebrochene Schulausbildung, abgewiesene Bewerbungen, auf Kredit gekaufte Waren, die regelmäßig konfisziert wurden, um illegale Standgebühren und Schmiergelder zu erpressen. Als er diese an jenem Tag einmal mehr nicht zu zahlen bereit oder in der Lage war, verwüstete eine Beamtin seine Auslagen, beschlagnahmte seine elektronische Waage, schlug...

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